Abgeltungsteuer: Ab 2014 automatischer Kirchensteuerabzug durch Banken

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Der Einzug der Kirchensteuer auf die Abgeltungsteuer erfolgt durch die Banken nur, wenn der Anleger seiner Bank einen Auftrag dazu erteilt hat. Ab 2014 wird der Einzug Pflicht, das Wahlrecht entfällt also.

Wer steuerpflichtige Einkünfte aus Kapitalvermögen erzielt und Mitglied einer Religionsgemeinschaft ist, die Kirchensteuer erhebt, muss Kirchensteuer auch auf die Abgeltungsteuer zahlen. Die Kirchensteuer beträgt 8 oder 9% des Abgeltungsteuerbetrages.

Das bisherige Wahlrecht für Anleger,

  • ihrem Kreditinstitut ihre Konfession mitzuteilen und mit dem Einbehalt der Kirchensteuer auf die Kapitalertragsteuer zu beauftragen, oder
  • den Kirchensteuerabzug erst später durch das Finanzamt über die Einkommensteuererklärung durchführen zu lassen,

gilt nur noch bis 2013. Mit dem Beitreibungsrichtlinie-Umsetzungsgesetz wird der künftige Kirchensteuerabzug umgestellt. Für ab 2014 zufließende Kapitalerträge erfolgt der Steuerabzug durch die Kreditinstitute automatisch. Das betrifft insbesondere Banken, Bausparkassen und Versicherungen.

So funktioniert das neue Verfahren

Das automatisierte Kirchensteuerabzugsverfahren funktioniert so (§ 51a EStG neu): Die Kreditinstitute müssen unter Angabe der Identifikationsnummern ihrer Kunden einmal jährlich im Zeitraum vom 1. August bis 30. September beim Bundeszentralamt für Steuern anfragen, ob die Kunden zum 31. Juli des Jahres kirchensteuerpflichtig waren. Das Amt teilt dem Institut dann die Kirchensteuerpflicht mit unter Angabe des für die Religionsgemeinschaft geltenden Kirchensteuersatzes. Diese Werte sind für den Kirchensteuerabzug des Folgejahres maßgeblich. Das Kreditinstitut muss den Kirchensteuerabzug durchführen und den Steuerbetrag an sein Betriebsstättenfinanzamt abführen.

Neben dieser turnusmäßigen jährlichen Abfrage ist auch eine einmalige Abfrage anlässlich einmalig oder unregelmäßig zufließender Kapitalerträge aus Versicherungsleistungen zulässig. Die Kreditinstitute müssen ihren Kunden die Abfrage ankündigen (z.B. per Kontoauszug, Begleitschreiben bei Fälligkeit der Lebensversicherung). Jeder Kirchensteuerpflichtige kann beim Bundeszentralamt für Steuern aber der Übermittlung seiner Daten zur Religionszugehörigkeit an die Kreditinstitute widersprechen. Hierauf ist jeder Betroffene individuell und schriftlich durch die Institute hinzuweisen. Der Widerspruch verpflichtet den kirchensteuerpflichtigen Anleger dann allerdings zur Nachveranlagung der Kirchensteuer über seine Steuererklärung.

Bei ELStAM hinterlegte Daten werden nicht abgerufen

Das Bundeszentralamt für Steuern rechnet mit einer jährlichen Anzahl von Kirchensteueranfragen seitens der Kreditinstitute im deutlich zweistelligen Millionenbereich. Trotzdem soll die in der ELStAM-Datenbank für den Lohnsteuerabzug für jeden Arbeitnehmer gespeicherte Religionsgemeinschaft aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht an die Kreditinstitute übermittelt werden.

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